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Fleischkäse

Rezepte der deutschen Gerichte mit den verrücktesten Namen

| Freizeit

Die Rezepte der Gerichte aus unserer Facebookreihe "VELA's German weird named dishes"

Die deutsche Küche gilt oft als deftig und fleischlastig. Auch wenn das heute nicht mehr wirklich zur Alltagsernährung der meisten Deutschen passt, trifft es auf etliche der traditionellen Gerichte tatsächlich zu. Was viele aber nicht wissen, ist, dass zahlreiche deutsche Klassiker wahnsinnig verrückte und lustige Namen haben. Deshalb stellen wir Euch auf Facebook alle zwei Wochen ein neues deutsches Gericht mit ungewöhnlichem Namen vor. Hier könnt Ihr passend dazu lesen, in welchen Regionen die witzigen Speisen typischerweise serviert werden und wie Ihr sie zuhause nachkochen könnt.  

#6 Falscher Hase

Beim falschen Hasen oder auch Heuchelhasen handelt es sich um einen Hackbraten. Er besteht aus Hackfleisch, Zwiebeln und gekochten Eiern. Je nach Rezept werden noch Gemüsestücke in den Teig oder Speckscheiben als Kruste hinzugefügt. Üblicherweise wird er mit Ofengemüse, Kartoffeln und Bratensoße serviert. Die Herkunft seines Namens ist recht umstritten, hat aber wohl etwas damit zu tun, dass im Deutschland des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts Hasenbraten und -rücken zu den beliebtesten Sonntagsbraten zählten. Immerhin war Hasenfleisch schmackhaft und die hohe Anzahl von Nachkommen der Tiere machte es leicht zugänglich. Einige sind also der Meinung, der Hackbraten sei früher in so genannten Hasenpfannen und -brätern (spezielle Formen, die im 19. Jahrhundert für Hasenrücken genutzt wurden) gebacken worden und heiße daher entsprechend. Am weitesten verbreitet ist aber wohl die Theorie, dass der Name seinen Ursprung nach dem Ende des zweiten Weltkriegs hat. Da waren die Hasen durch Hungernöte und Bombardements nämlich so gut wie ausgestorben und wurden unter Artenschutz gestellt. Der Hackbraten soll als bezahlbarer Ersatz hergehalten haben.

 

Zutaten (für 4 Portionen):
4 Eier (Größe M)
50g Schalotten
2 Esslöffel Butter
500g gemischtes Hack (Rind und Schwein)
40g Semmelbrösel
3 Teelöffel Senf
Salz
Pfeffer
Klarsichtfolie

Zubereitung:

    1. Drei der Eier anstechen und ca. 10 Minuten hart kochen. In der Zwischenzeit die Schalotten fein würfeln und in einem Esslöffel Butter glasig anbraten. Anschließend vom Herd nehmen. Die Eier abschrecken und pellen.

    2. Die abgekühlten Schalotten mit dem Hackfleisch, den Semmelbröseln, dem Senf und dem übrigen Ei in eine Schüssel geben. Alles kräftig salzen und pfeffern. Anschließend mit dem Knethaken eines Handrührgeräts sorgfältig verkneten.

    3. Den Hackteig mit feuchten Händen auf Klarsichtfolie zu einer Fläche (ca. 25 x 25 cm) flach drücken. Die hart gekochten Eier in einer Reihe in die Mitte legen, mit Hack bedecken und zu einem Laib formen. Einen Esslöffel Butter zerlassen und den Laib rundum damit bestreichen.

    4. Den Hackbraten nun auf ein gefettetes Backblech legen und bei 200 Grad auf der mittleren Schiene ca. 45 Minuten im Ofen backen. Anschließend einen kleinen Moment ruhen lassen und in Scheiben schneiden. Mit Beilagen, beispielsweise Kartoffeln und Gemüse, servieren.

#5 Radler

Keine Sorge, trotz der fleischhaltigen deutschen Küche handelt es sich hier nicht um echte Radfahrer! Radler ist vielmehr die Bezeichnung für ein beliebtes Biermischgetränk mit Zitronenlimonade. Aber aufgepasst: Die Bezeichnungen dieser Erfrischung variieren im deutschsprachigen Raum stark. In Norddeutschland wird das Radler häufig auch Alster oder Alsterwasser genannt – in Anlehnung an den Hamburger Fluss Alster, während man im Ruhrgebiet, wenn man ein Alster bestellt, ein Bier mit Orangen- statt Zitronenlimonade erhält. In Österreich heißt es der Radler, in Bayern wird das beliebte Getränk häufig mit Weizenbier serviert und Russe genannt. Die Herkunft des Namens Radler ist ebenfalls umstritten: Einige meinen, das Radler sei in einem Fahrradklub erfunden worden, andere führen den Namen darauf zurück, dass Radfahrer, die Halt in Gaststätten machten, nicht zu viel Alkohol zu sich nehmen wollten und sich so das Mischgetränk als Alternative entwickelt habe. Fest steht aber: Gerade im Sommer sowie nach einer ausgiebigen Rad- oder Wandertour ist so ein Radler eine ideal frisch-fruchtige Abkühlung!

 

Zutaten (für 2 Gläser)
1 Flasche Bier
Zitronenlimonade

Zubereitung:

    1. Auch wenn es etwas länger dauert: Um eine schöne Schaumkrone zu erhalten füllt man die Gläser zunächst knapp halbvoll mit Bier und lässt sie anschließend einen kleinen Moment stehen.

    2. Nun die Gläser schräg halten und mit der Limonade auffüllen. Für den perfekten Schaum am Ende noch etwas Bier nachgeben. Das Verhältnis sollte bei 50:50 liegen.

     

#4 Kalter Hund

Der Schoko-Keks-Kuchen „Kalter Hund“ existiert vermutlich seit dem frühen 20. Jahrhundert. Der Name stammt wohl daher, dass der Kuchen eben ohne zu backen hergestellt wird und die so genannten „Grubenhunten“ im Bergbau in ihrer Kastenform an die Backform des Kuchens erinnert. Ein anderer bekannter Name dafür ist übrigens „Kalte Schnauze“, was wohl daher kommt, dass die Oberfläche an die kalte Schnauze eines Hundes erinnern soll. Der Kuchen ist vor allem auf Geburtstagen und anderen Festivitäten für Kinder sehr beliebt.

Zutaten (für ca. 18 Stücke)
200g Edelbitter-Schokolade (70% Kakaoanteil)
200g Vollmilch-Kuvertüre
250g Kokosfett
2 Eier (Größe M)
75g Puderzucker
2 Esslöffel Kakaopulver
Ggf. 5 Esslöffel Rum
200g Butterkekse
Frischhaltefolie

Zubereitung:

    1. Die Schokolade und die Kuvertüre zerhacken.

    2. Das Kokosfett und die gehackte Schokolade und Kuvertüre im heißen Wasserbad schmelzen.

    3. Die Eier, den Puderzucker, Kakao und gegebenenfalls den Rum mit dem Schneebesen des Handrührgeräts schaumig rühren. Anschließend die geschmolzene Schokolade gut unterrühren und die Masse zurück ins Wasserbad stellen.

    4. Eine Kastenform (ca. 1,5l Inhalt) mit Frischhaltefolie auslegen. Den Boden der Form mit der Schokocreme ausstreichen. Auf die Creme dann 4 bis 5 Butterkekse nebeneinander in die Form legen. Den Schichtvorgang so lange wiederholen bis Kekse und Creme aufgebraucht sind und mir einer Lage Kekse abschließen. Anschließend den Kuchen im Kühlschrank mindestens 6 bis 8 Stunden kühlen und fest werden lassen.

    5. Den Kuchen aus dem Kühlschrank nehmen, stürzen und die Frischhaltefolie abziehen. Kuchen nach Belieben mit Kakaopulver bestäuben und servieren.

#3 Strammer Max

Der „Stramme Max“ ist ein Ausdruck aus dem Sächsischen, der wohl ca. seit den 1920ern existiert und eigentlich erigierter Penis bedeutet – auch heute nennt man gegenüber kleinen Kindern das männliche Glied beispielsweise noch „Pipimax“. Die Übertragung des Begriffs auf das mit Spiegelei und Schinken belegte Brot kommt wohl entweder daher, dass es sich um ein besonders herzhaftes Gericht handelt oder, dass man sich zeitweise eine Steigerung der sexuellen Fähigkeiten vom Verzehr versprochen hat. So wie sein Name, stammt das Rezept ursprünglich aus der Gegend um Sachsen und Berlin, ist heute aber in ganz Deutschland als Hausmannskost und Kneipensnack verbreitet. Es gibt verschiedene Varianten wie stramme Lotte, strammer Moritz oder strammer Otto, die sich im Belag leicht unterscheiden. Wichtig für das Gericht ist das deutsche Bauern- oder Graubrot, das im Ausland außerhalb von deutschen Bäckereien schwierig zu finden sein dürfte. Wer das Brot selbst backen möchte, findet hier ein Rezept. 

Zutaten (für 4 Portionen)
(ca. 6 Teelöffel) Butter
8 Eier (Größe M)
4 Scheiben Bauern- oder Graubrot
4 Scheiben Schinken
Salz
Pfeffer
auf Wunsch: Gewürzgruken, Käse (Gouda oder Emmentaler)

Zubereitung:

    1. Etwas Butter in einer (oder wegen der Menge der Eier in zwei) Pfannen erhitzen. Die Eier nacheinander aufschlagen und vorsichtig in die Pfanne gleiten lassen, anschließend bei mittlerer Hitze zu Spiegeleiern braten und nach persönlichem Belieben mit Salz und Pfeffer würzen.

    2. Manche toasten oder rösten die Brotscheiben ebenfalls. Klassischerweise werden sie jedoch lediglich mit Butter bestrichen und dann mit Schinken belegt. Ebenfalls optional ist es, eine Scheibe Käse auf den Schinken zu platzieren.

    3. Je zwei Eier auf einer Scheibe Brot anrichten.

    4. Nach Belieben mit oder ohne Gewürzgurken servieren.

#2 Leberkäse

Leberkäse, auch Fleischkäse oder Fleischlaib genannt, ist eine Art Brühwurst und sowohl in Deutschland als auch in Österreich und der Schweiz weitverbreitet. Früher gehörte (zumindest außerhalb von Bayern) tatsächlich Leber in die Wurst. Die Bezeichnung als Käse leitet sich von der charakteristischen Laibform, einer eckige Pastetenform, ab. Heutzutage ist nur noch sehr selten Leber im Fleischkäse enthalten. Besonders verbreitet ist der Leberkäse als Brötchenbelag mit etwas Senf. Leberkässcheiben werden manchmal aber auch einzeln angebraten und mit Gemüse- und Kartoffelbeilagen serviert. Außerdem gibt es diverse Pfannen- und Auflaufrezepte, in denen der Fleischkäse Verwendung findet. Leberkäse gibt es fertig in den meisten (deutschen) Supermärkten und an vielen Imbissbuden im Brötchen zu kaufen. Das Rezept zum Selbermachen findet Ihr hier, allerdings braucht man dazu mindestens eine gute Küchenmaschine.

Zutaten (für 4 Portionen)
600g mageres Schweinefleisch
400g Schweinebauch
25g Pökelsalz
4g weißer, gemahlener Pfeffer
1 Prise Majoran
1 Prise Thymian
1 Prise Muskat
1 Prise Ingwer
300g Eisschnee*
1 EL Kokosfett (o.ä.) für die Form

*Eisschnee kann mit einem Cutter oder einer Küchenmaschine hergestellt werden oder indem man Eiswürfel in eine Plastiktüte packt, die man mit einem Tuch umwickelt, und anschließend zunächst mit dem Hammer und anschließend dem Nudelholz bearbeitet bis eine platte Masse an kleinen Eiskristallen übrigbleibt.

Zubereitung: 

    1. Das Fleisch kleinschneiden und für ca. 30 Minuten ins Kühlfach legen. Wenn es kurz vorm Gefrieren ist entnehmen und gut mit den Gewürzen vermengen. Eine eckige Pastetenform kühlen.

    2. Das Fleisch in der Küchenmaschine bei sehr schneller Umdrehung ein bis zwei Minuten so klein wie möglich hacken.

    3. Nun den Eisschnee dazugeben und erneut alles zerhacken bis eine feine, zähe Masse entsteht, die dann auch schnell verarbeitet werden sollte.

    4. Die gut gekühlte Form gründlich ausfetten, die Masse hineingeben und darauf achten, dass keine Luftblasen entstehen. Anschließend mit einem Teigschaber glattstreichen und vorsichtig ein leichtes Rautenmuster eindrücken.

    5. Den Ofen auf ca. 160 Grad bei Ober- / Unterhitze vorheizen und anschließend ca. 90 Minuten backen.

#1 Maultaschen

Maultaschen sind keine Taschen aus Mündern, sondern aus Nudelteig. Gefüllt werden sie mit Brät, Zwiebeln und eingeweichtem Brötchen. Es gibt aber auch eine vegetarische Variante mit Käse und Spinat. Traditionell werden sie entweder als Suppeneinlage in Brühe, „geschmälzt“, also mit in Butter gebratenen Zwiebeln übergossen oder in Streifen geschnitten und anschließend ebenfalls mit Zwiebeln angebraten serviert. Das Gericht stammt aus der Region Schwaben, die im Süden Deutschlands zwischen Baden-Württemberg und Bayern, liegt. 

Zutaten (für 4 Portionen)
Teig:Füllung:
2 Eier2 Brötchen
200g Mehl100ml Schlagsahne
30g Hartweizengrieß400g Zwiebeln
Salz1 Esslöffel Butter
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer
Zucker
300g gemischtes Hackfleisch
200g Bratwurstbrät
2 Esslöffel Semmelbrösel
3 Eier
Muskat
1 Teelöffel Majoran
(1l kräftiger Rinderfond)

Zubereitung:

    1. Für den Teig die Eier mit drei bis vier Esslöffeln Wasser verquirlen und mit Mehl, Grieß und etwas Salz zu einem glatten und festen Teig verarbeiten. Den Teig dann auf einer mit Mehl bestreuten Arbeitsfläche eine Minute kräftig durchkneten und anschließend 30 Minuten ruhen lassen.

    2. Die Brötchen in dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Die Sahne erhitzen und über die Brötchen geben. Dann die Zwiebeln fein würfeln. Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Petersilie waschen, klein hacken, zu den Zwiebeln geben und drei bis vier Minuten dünsten. Das Ganze abschließend mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und abkühlen lassen.

    3. Nun das Hackfleisch, den Brät, die Brötchen, Semmelbrösel, Eier und Zwiebelmischung in eine Schüssel geben und zu einer Masse verarbeiten. Das Ganze kräftig mit Salz, Pfeffer, Muskat und Majoran würzen und dann abgedeckt kaltstellen.

    4. Den Teig nun in drei Portionen teilen. Eine Portion auf der bemehlten Arbeitsfläche circa 2 mm dünn auf circa 42x32 cm ausrollen und auf ein Küchentuch legen. Dann 1/3 der Füllung auf dem Teig glattstreichen und den Teig mithilfe des Küchentuchs von der langen Seite locker aufrollen. Die Rolle dann mit einem Kochlöffelstiel in vier gleich große Stücke unterteilen und den Teig dabei fest andrücken. Die Stücke dann mit einem Messer abtrennen und den restlichen Teig und Füllung auf die gleiche Weise verarbeiten. Es ist dabei nicht schlimm, wenn der Teig die Füllung nicht komplett umschließt.

    5. Die Maultaschen in reichlich kochendes Salzwasser geben, die Hitze reduzieren und die Maultaschen darin 10 Minuten ziehen, aber nicht kochen und anschließend abtropfen lassen.

    6. Rinderfond erhitzen und Maultaschen darin servieren oder eben – wie oben beschrieben – auf gewünschte Weise weiterverarbeiten.